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Wir müssen das Kostenwachstum im Gesundheitswesen bremsen, aber nicht auf Kosten der Gesundheit von uns Menschen.

Ein qualitativ hochwertiges und schnelles Gesundheitssystem wie das unsrige kostet, das müssen wir uns bewusst sein. EIn grosser Teil des Kostenwachstums ist dadurch zu erklären, dass die Menschen immer älter werden und heute viele Krankheiten, die früher ein Todesurteil waren, heilbar sind.

Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu bremsen, ohne Qualität einzubüssen.

Drei konkrete Forderungen

  • Die Einführung eines elektronischen Patientendossiers, damit der verbesserte Informationsaustausch die Behandlungsqualität erhöht und das Portemonnaie schont.

  • Die Übernahme von psychologischen Behandlungen in den Katalog der Grundversicherung.

  • Ein nationales Regime für die Prämienverbilligungen, damit keine Familie mehr unter den Kosten der Gesundheitsversorgung zusammenbricht

Meine Schwerpunkte in der Gesundheitspolitik

5-Punkte-Plan für eine Kostenbremse ohne Qualitätseinbussen

Elektronische Patientendossiers

Mit einem elektronischen Patientendossier wird der Informationsaustausch zwischen Hausarzt, Spezialisten und Spitälern verbessert. Dadurch können Fehlbehandlungen vermieden und im Extremfall sogar Leben gerettet werden. Wenn bei einem Notfall die Vorgeschichte des Patienten sofort bekannt ist, kann schneller die richtige Behandlungsstrategie gewählt werden. Ein elektronisches Patientendossier nützt somit dem Patienten, genauso wie dem Portemonnaie, da unnötige Behandlungen vermieden werden.

Zentralisierung der Spitzenmedizin

Zentralisierung und das Zusammenlegen von Spitälern ist eine sinnvolle Möglichkeit zum Sparen von Kosten. Es ist dabei zentral, dass jede Versorgungsregion einen eigenen Spital hat, aber eben nicht mehr jeder Kleinstkanton. Ausserdem macht es Sinn, die Spitzenmedizin in verschiedenen Bereichen an unterschiedlichen Bereichen zu zentralisieren. Es braucht vielleicht nicht jeder Kanton eine Herzklinik. Eine spezialisierte Klinik, die alle Experten aus diesem Bereich vereint, ermöglicht sogar eine bessere Behandlung.

Medikamentenkosten senken

Die Medikamentenkosten sind in der Schweiz massiv höher als im europäischen Ausland. Eine Ursache dafür ist das Verbot von Parallelimporten. Paralellimporte sind, wenn ich als Firma Medikamente z.B. von Novartis in Deutschland zu einem viel günstigeren Preis einkaufe und sie in die Schweiz importiere, um sie hier zu einem günstigeren Preis weiterzuverkaufen als der Preis, den Novartis in der Schweiz verlangt. Dieses Verbot muss deswegen aufgehoben werden.

Fehlanreize eliminieren

Aktuell bestehen einige Fehlanreize in unserem Gesundheitsversorgungssystem. Beispielsweise dass übernimmt der Kanton die Hälfte der Behandlungskosten von stationären Patienten (also mit einer Übernachtung im Spital), aber keine bei den ambulanten. Das führt dazu, dass es einen Anreiz gibt, die Patienten stationär zu versorgen, weil das für den Spital günstiger kommt. Insgesamt sind aber stationäre Behandlungen viel teurer und kosten die Prämienzahler somit deutlich mehr. Ein anderer Fehlanreiz besteht bei der «Palliative Care». Darunter versteht man alle Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm so eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende verschaffen. Palliative Care wird von der Kasse meist nicht übernommen, teure Masssnahmen, die das Leben des todkranken Menschen, um wenige Wochen verlängern aber schon. Es ist wichtig, dass auch die Palliative Care von der Krankenkasse übernommen wird, denn jeder Mensch sollte selber entscheiden können, wie er aus dem Leben schreitet. Das sollte nicht von irgendwelchen finanziellen Überlegungen abhängen müssen.

Bagatellfälle in der Notaufnahme vermeiden

Heutzutage ist die Notaufnahme abends oder an den Wochenenden oft mit Bagatellfällen beschäftigt, was hohe Kosten verursacht. Dem kann man aber einfach Abhilfe schaffen; beispielsweise wenn man einen Hausarzt an die Notfallpraxis angliedert, so dass die Bagatellen gar nicht bis zur Notaufnahme kommen. Der Kantonsspital Baden macht das beispielsweise so. Generell kann man durch eine Stärkung von Hausarztgruppenpraxen, die längere Öffnungszeiten haben und mehr Kapazitäten, eine Alternative zum Besuch der Notaufnahme bieten.